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Das Glück in einer Blechdose Taschenbuch – 1. Juni 2009


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Produktinformation

  • Herausgeber ‏ : ‎ fhl Verlag Leipzig; 1. Edition (1. Juni 2009)
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • Taschenbuch ‏ : ‎ 196 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3942025140
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3942025140
  • Abmessungen ‏ : ‎ 10.6 x 2.3 x 17.8 cm

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Anne Bergmann wuchs südlich von Leipzig auf. Ihr erster Schreibversuch mündete in einem Märchen, das in der örtlichen Grundschule aufgeführt wurde. Danach trat die Literatur erst einmal zurück und die Naturwissenschaft in den Vordergrund. Während ihres Physikstudiums in Chemnitz begann sie jedoch wieder zu schreiben. Bisher hat sie Kurzgeschichten und Erzählungen in Anthologien veröffentlicht.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Es ist seltsam kühl für einen Abend im Sommer. Die Hände in meine Taschen gegraben, laufe ich die Straße entlang, ohne Ziel. Aber das stimmt nicht, ich habe ein Ziel, oder besser gesagt: hatte es. Ich habe es verloren und hätte es gern wieder. Wie man planlos durchs Heu wühlt auf der Suche nach einer Nadel, laufe ich nun die Straße entlang. Soll ich hier abbiegen? Meinetwegen, warum nicht. Ich könnte genauso gut geradeaus weitergehen, aber ich biege hier ab, es macht sowieso keinen Unterschied, denn ich werde die Nadel nicht wiederfinden. Ich habe sie aus einem Laden treten sehen. Sie trug das gleiche Kleid wie damals, schwarz. Dazu hochhackige Schuhe. An die Schuhe konnte ich mich nicht mehr erinnern. Ein schiefes und sehr leises Lächeln lag auf ihrem Gesicht. Ihr Blick streifte mich, aber sie sah mich nicht. Ich habe sie gleich wiedererkannt, obwohl ihre Haare anders waren, völlig anders. Nicht nur der Schnitt war anders, sondern auch die Farbe. Mir kam es vor, als würde sie eine Perücke tragen. Da hatte jemand einen Tapetenwechsel benötigt und war konsequent gewesen: von beige zu blutrot. Ich bin ihr einige Schritte gefolgt, doch dann ist sie in einen Bus gestiegen. Es fühlt sich an, als hätte ich etwas verloren Geglaubtes wiedergefunden, zum Beispiel das Tagebuch aus meiner Kinderzeit, nur um festzustellen, dass die Tinte verblasst ist und die Worte nicht mehr lesbar sind. Ich hätte auf den nächsten Bus warten können, aber ich bin einfach nur gelaufen, was ich jetzt immer noch tue. Eine Taube begleitet mich ein Stück. Ihr Kopf wippt mit jedem schwerfälligen Schritt, den sie tut. Sie wirkt wie eine Aufziehfigur, die stur geradeaus geht und in ihren Bewegungen nicht variiert. Vor, zurück, vor, zurück. Sie kommt nur langsam vorwärts. Vielleicht sollte ich ihr ein Hindernis in den Weg stellen, um zu sehen, ob sie dann versucht, dagegen anzugehen. Ob sie weiter läuft, ohne vorwärts zu kommen. Doch auf einmal ist ihre Energie verbraucht, und sie bleibt stehen. Ich widerstehe der Versuchung, mich zu bücken, die Taube in die Hand zu nehmen und am Schlüssel zu drehen, sondern laufe weiter, lasse sie hinter mir. Als ich noch einmal zurück blicke, pickt die Taube nach Krumen. Sie ist wieder lebendig geworden wie meine Erinnerung, kurz nachdem ich die Frau wiedergesehen hatte. Emanuelle. Ich blicke auf den Fußweg. Vielleicht finde ich einen Glückspfennig, der vergessen auf den Steinplatten liegt oder verloren zwischen den Ritzen steckt. Wenn ich Emanuelle schon nicht finden kann, dann vielleicht wenigstens eine heimatlose Münze. Tatsächlich, da glitzert etwas! Ich bücke mich, aber ich habe Pech. Es ist nur ein Kronkorken. Ebenso häufig, wie Archäologen wohl Tierknochen im ersten Moment für eine Entdeckung halten, falle ich auf Kronkorken herein. Also hebe ich meinen Blick wieder. Heute werde ich keinen Glückspfennig finden und keine Emanuelle. In manchen Fenstern des Hauses auf der gegenüberliegenden Straßenseite brennt Licht. Ist es wirklich schon so spät? Ich schaue auf die Uhr - kurz nach halb zehn. Als ich wieder aufblicke, sehe ich sie hinter der Scheibe eines Fensters im dritten Stock. Rote Haare, schwarzes Kleid. Mein Herz stolpert, doch im gleichen Moment wird mir bewusst: sie ist es nicht. Was ich für rotes Haar gehalten habe, ist ein Hut, nur ein Hut. Die Frau sieht nicht aus wie Emanuelle. Ihre Haltung ist ganz anders, ebenso ihr Profil. Die Fenster daneben sind nicht erleuchtet, doch in einem Fenster im Stockwerk darunter brennt Licht. Der Raum ist kahl, keine Möbel. Nur etwas, das ich nicht erkennen kann, steht darin. Ist das ein Stativ für eine Leinwand? Plötzlich kommt jemand in mein Blickfeld. Ich senke die Augen, fühle mich ertappt. Mein Blick fällt auf das nächste Fenster, hinter dem eine blonde Frau steht und gerade dabei ist, die Vorhänge zu schließen. Einen Moment später ist sie zu einem Schatten geworden, einer Silhouette. Ich frage mich, wer diese Leute sind, wie ihre Leben wohl aussehen mögen ... und ob unter den Männern, die in diesem Haus wohnen, vielleicht einer ist, der Emanuelle näher kennt?

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